R. Alexander Frais
Home Person Themen
Themen Weiter siehe auch Kfz-Vollkasko


OLG Koblenz / Az.: 10 U 255/13
Urteil vom 06. Dezember 2013
________________________________________________
Seite 1

Ein Beispiel zur Vollbeweisanforderung im Kaskorecht:

"Eine mathematische, jede Möglichkeit eines abweichenden Geschehensablaufs ausschließende, von niemandem mehr anzweifelbare Gewissheit ist dabei nicht erforderlich. Vielmehr kann bei Vorliegen einer Vielzahl voneinander unabhängiger Indizien für einen gestellten Unfall eine Überzeugungsbildung des Gerichts von einem Unfallhergang, der nur auf eine vorsätzliche Selbstschädigung des Versicherungsnehmers hindeutet, in Betracht kommen. Die einzelnen Hilfstatsachen müssen aber feststehen, also unstreitig oder bewiesen sein. Etwaige Zweifel bzw. vernünftigerweise verbleibende Restzweifel an der Unfreiwilligkeit des Unfallgeschehens gehen im Ergebnis stets zu Lasten der beklagten Versicherung."





Koblenz

Bildnachweis: FotoHiero
pixelio.de



Zivilprozessordnung (ZPO)

§ 286 Freie Beweiswürdigung
(1) Das Gericht hat unter Berücksichtigung des gesamten Inhalts der Verhandlungen und des Ergebnisses einer etwaigen Beweisaufnahme nach freier Überzeugung zu entscheiden, ob eine tatsächliche Behauptung für wahr oder für nicht wahr zu erachten sei. In dem Urteil sind die Gründe anzugeben, die für die richterliche Überzeugung leitend gewesen sind.

(2) An gesetzliche Beweisregeln ist das Gericht nur in den durch dieses Gesetz bezeichneten Fällen gebunden.

____________________